Maklergebühren beim Immobilienkauf (Deutschland)
- Die Höhe der Provision ist grundsätzlich frei verhandelbar (keine feste Prozentzahl im Gesetz).
- Seit 23.12.2020 gilt bei Haus/ETW: Der Käufer darf nicht mehr zahlen als der Verkäufer (in der Praxis häufig 50/50).
- Bei Vermietung gilt das Bestellerprinzip und max. zwei Nettokaltmieten + MwSt.
Maklerprovision berechnen: So wirkt sie sich wirklich auf deinen Immobilienkauf aus
Die Maklerprovision gehört zu den größten Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf. Viele Käufer schauen zuerst nur auf den Kaufpreis. Entscheidend ist aber der gesamte Kapitalbedarf inklusive Maklergebühren, Notar, Grundbuch und Grunderwerbsteuer.
Warum die Maklerprovision so wichtig ist
Die Maklerprovision wird zusätzlich zum Kaufpreis fällig. Wenn du eine Wohnung oder ein Haus kaufst, reicht es deshalb nicht, nur den reinen Kaufpreis zu betrachten. Die Maklerkosten erhöhen deinen tatsächlichen Kapitalbedarf deutlich.
Bei einem Kaufpreis von 500.000 € und einer Gesamtprovision von 7,14 % entstehen Maklerkosten von 35.700 €. Wird die Provision zwischen Käufer und Verkäufer geteilt, liegt dein Anteil bei 17.850 €.
So berechnest du die Maklerprovision
Die Berechnung ist einfach: Kaufpreis × Provisionssatz = Maklerprovision. Bei 500.000 € Kaufpreis und 7,14 % Provision ergibt das 35.700 € Maklerkosten.
Wichtig ist, ob du die Gesamtprovision oder nur deinen Käuferanteil betrachtest. Bei Wohnimmobilien wird die Provision häufig hälftig zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt.
Einfluss auf Eigenkapital und Finanzierung
Banken finanzieren Kaufnebenkosten häufig nicht vollständig mit. Deshalb musst du die Maklerprovision oft aus deinem Eigenkapital bezahlen. Das kann entscheidend sein, wenn du knapp kalkulierst oder mehrere Immobilienangebote vergleichst.
Wer die Maklerkosten zu spät berücksichtigt, erlebt bei der Finanzierungsplanung oft eine unangenehme Überraschung. Besonders bei höheren Kaufpreisen kann die Provision mehrere Monatsgehälter ausmachen.
Warum Kapitalanleger besonders genau rechnen sollten
Wenn du eine Immobilie als Kapitalanlage kaufst, wirkt sich die Maklercourtage direkt auf deine Rendite aus. Je höher deine Kaufnebenkosten sind, desto mehr Kapital musst du einsetzen, bevor die Immobilie überhaupt Erträge bringt.
Eine Immobilie kann auf den ersten Blick attraktiv wirken. Wenn du aber Maklerprovision, Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch einrechnest, kann die tatsächliche Rendite deutlich niedriger ausfallen.
Kann man die Maklerprovision verhandeln?
Die Höhe der Maklerprovision ist grundsätzlich verhandelbar – auch wenn es nicht üblich ist. Es gibt keinen festen gesetzlichen Prozentsatz, der immer gelten muss. In beliebten Lagen ist der Spielraum oft kleiner bzw. eher unüblich, bei schwerer verkäuflichen Objekten kann eine Verhandlung evtl. Sinn ergeben.
Besonders wenn du solide finanziert bist, schnell entscheiden kannst oder ein Objekt schon länger am Markt ist, kann es sich lohnen, die Provision offen anzusprechen.
Berechne die Maklerprovision immer vor deiner Kaufentscheidung. Sie beeinflusst Eigenkapital, Finanzierung, Rendite und Cashflow. Gerade bei höheren Kaufpreisen kann sie den Unterschied machen, ob eine Immobilie wirklich zu deiner Strategie passt.
